Erster Tag in Quito 

Gestern (1.9.15) waren wir beim Ministerio de Relaciones Exteriores y Movilidad Humana, um unser Visum akzeptieren zu lassen. Nach dem Frühstück (Brötchen mit Marmelade und Ei) mussten wir mit dem Bus in die Innenstadt fahren. Die hoffnungslos überfüllten Busse hatte ich erwartet, aber dass es eigentlich keine Bushaltestellen gibt und die Busse irgendwie keine Nummern oder Richtung haben, verwirrte mich schon. Aber es kann auch gut sein, dass ich hinter das System noch nicht gekommen bin. Für die Einheimischen schien es das normalste der Welt zu sein, dass man bei jedem Schalten des Fahrers kräftig nach vorn gestoßen wurde, aber für uns Deutsche war das ungewohnt. Für Ecuadorianer muss es immer wieder ein Spaß sein, wenn diese Greenhörner aus Europa mit ihren bunten Rucksäcken und der auffallenden Kleidung im Bus bei jedem Herumruckeln einen kleinen Schrei von sich geben. 😀 Angekommen beim Ministerium mussten wir Kopien von unserem Reisepass machen und dann erst einmal warten. Die Rucksäcke mussten draußen auf uns warten, wurden aber von einem Polizisten bewacht. Handy war auch verboten, aber Virginia (unserer Mentorin) war so langweilig, dass sie Tetris mit Ton spielte (siehe Foto). Den fertigen „Ausweis“, den wir bekommen, holen wir Donnerstag ab.

Nach 2 Stunden waren alle 18 deutschen Freiwilligen fertig und wir konnten kurz in einen Supermarkt um die Ecke gehen, um uns einen kleinen Snack zu kaufen. Ich fragte nach Buttermilch, versuchte es zu umschreiben mit „leche de mantequilla“ (Milch der Butter), aber das vergrößerte die Fragezeichen meiner Mentorin nur. „Milch gibt es in so vielen tollen Varianten, mit Erdbeere, Schokolade, Vanille und so weiter, und du willst was mit Butter?!“ bekam ich dann mit einem Lachen zu hören. Ich musste nochmals schmunzeln, als sie mich fragte, ob alle Deutschen so etwas wollen. Da erwiderte ich natürlich , dass das so etwas wie ein Nationalgetränk ist . 😀

Dann ging’s zurück, der Himmel war bewölkt, aber ab und zu schien die Sonne durch, was schon reichte, mir einen kleinen Sonnenbrand zu verpassen, obwohl ich mich eingecremt hatte.

Nach dem Mittag war Pause, eigentlich bis 15.30 Uhr, aber eine Regel ist auch, dass es dann weitergeht, wenn unsere Mentorin fertig ist. Joah… das war dann um 17.00 Uhr. Wenn wir dann aber nicht Gewehr bei Fuß standen, wurden wir mit lauten „Vamos, vamos!!!“-Schreien darauf aufmerksam gemacht.

500 Meter entfernt von unserer Unterkunft befindet sich so etwas wie ein Bungalow, wo wir die nächsten 2 Stunden eine schöne Präsentation über Ecuadors Vielfalt zu sehen bekamen und dann auch noch Namensspiele spielten. Mir macht es immer einen Heidenspaß, mich bei diesen Klatsch-Gesangs-Orgien zum Obst zu machen, aber was soll’s. Ich weiß jetzt wieder, wie ich „Ferdi-nand“ in zwei Sprechsilben teile und dann mit Klatschen so aufsage, dass möglichst wenig lachen, das zählt! ;-D

Nach dem Abendbrot (Salat, Omelett, Kartoffeln und Reis), was sehr gut schmeckte, tanzten die Mädchen eine Art Zumba auf dem Hof. Mich konnten sie dafür nicht begeistern, denn Alkohol wurde hier nicht ausgeschenkt. 😀

Ich war auch relativ geschafft, einerseits von der Fahrt in die Stadt und andererseits vom Klima, so dass ich ins Bett ging.

Mir geht es aber sonst recht gut, ich wüsste nur langsam gern, was mich in der Einsatzstelle und welche Gastfamilie mich erwartet, aber damit muss ich mich leider noch bis Samstag gedulden.

  
  

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