Sirene in der Schule 

Da ich meiner Mentorin Virginia dann doch eine Email schrieb, holte sie mich von der Familie mit meinem Hab und Gut wieder ab. Ich fühlte mich dort nicht besonders wohl und wurde krank. Ich will nicht jammern, aber ich denke, dass, wenn man sich nicht vorstellen kann, dass man glücklich wird, auch nicht auf Teufel komm raus an diesem Platz verharren muss!
So bin ich also wieder in der Fundacion und darf wieder das hastige „schneller schneller“ hören, aber auch leckeres Essen genießen. 🙂 

 Der zweite Schultag war noch erlebnisreicher als der erste. Plötzlich dröhnte die Sirene und alle Kinder warfen sich unter den Tisch (siehe Foto des Klassenraums). Ich blieb sitzen, weil ich mir nichts dabei dachte bis mir ein sechsjähriges Kind unter dem Tisch hockend sagte, dass ich jetzt tot sei. Das ganze war eine Vukan-Erdbeden-Übung. Uppsssss…. 

Mit Masken, Schutzbrillen und einem Zettel wo alle wichtigen Daten zur Person draufstehen, ging es dann raus zum Durchzählen auf den Schulhof. Zum Glück hätten alle überlebt – bis auf mich. 😀 

Wieder zurück in der Klasse wurde ich damit beauftragt darauf zu achten, dass während einer Stillarbeit auch jeder allein und ruhig an seinem Platz fleißig seine Aufgaben erledigt. Ich fühlte mich wie ein ehemaliger Ganove, der jetzt für die Polizei arbeitet und der bei seinen ehemaligen Kollegen Razzien durchführt. 

Ferdinand, was ist los mit dir? Bis vor 4 Monaten noch jahrelang versucht, Spickzettel zu schreiben und mit möglichst geringem Aufwand das beste Ergebnis zu erzielen – jetzt läufst du mit ernster Miene durch die Tischreihen und hältst jeden der auch nur aus dem Fenster guckt, dazu an, gefälligst von der Tafel die Malfolge der 9 abzuschreiben. Wenn das meine ehemaligen Lehrer lesen, weiß ich, wer in Deutschland gerade laut lacht … 

    
   

2 Gedanken zu “Sirene in der Schule 

  1. A.B.

    Haha, genau. Ja. Ein spontaner Lachanfall bei deiner ‚profe preferida‘ soll hiermit bestätigt werden. – Köstlich, wie du die Dinge so beschreibst! – Mein lieber Fernando, wer hätte gedacht, dass du so spontan und offensichtlich ohne Mühe in die Lehrerrolle schlüpfst. Nur weiter so, Herr Kollege! Liebe Grüße aus dem alten Bernau CAB

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