Tena 

Freitagnachmittag wollte ich nach Tena, einer Stadt im Amazonasgebiet und ca. 6 Busstunden entfernt. Nett wie die Nonnen sind, ließen sie mich eher gehen 😉Also rein in den Fernbus und ab ins Amazonasgebiet! Auf dem Weg wurde ich mehrmals darauf aufmerksam gemacht, dass ich gut auf meine Sachen aufpassen müsse. Ich dürfe nicht schlafen, solle meine Uhr ablegen und das Handy verstecken, weil so viel geraubt würde. Ich war schon immer relativ vorsichtig, aber nach der dritten Person, die auf mich zu kam, fühlte ich mich schon komisch…

Nichtsdestotrotz kam ich heile uns mit allen meinen Sachen am Abend in Tena an, wo mich Jenny, eine Freiwillige, die in Tena wohnt, abholte. Über das Wochenende würde ihre Familie auch meine sein.

Freundlich begrüßt, aber müde fiel ich dann auch ins Bett. Schwül warm war es auch in der Nacht. Ich bin die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit der Tropen eben aus Quito in 2500m Höhe nicht gewohnt. Da macht es dann auch gar nichts, dass die Dusche kein warmes Wasser bietet.

Am Samstag dann kamen noch 4 andere Freiwillige aus Puyo dazu, eine Stadt 2 Busstunden von Tena entfernt. Zu meiner Freude alles Mädchen 😀

Zusammen stiegen wir in den Bus, um etwas tiefer in den Regenwald zu fahren. 30 Minuten Busfahrt, erst entlang an Bananenpflanzen mitten in der Tena und Palmen, die das Stadtbild prägen, wie ich es aus Quito nicht gewohnt bin. Die Straße nach Misahualli , dem kleinen Dorf, in das wir fuhren, ist relativ gut ausgebaut. Trotzdem fühlt man den Regenwald, wenn Lianen von den Bäumen auf die Straße hängen und man schwitzt, der Schweiß aber wegen der hohen Luftfeuchtigkeit nicht von der Haut trocknet. In Misahualli fiel die Gruppe von 8 deutschen Freiwilligen natürlich sofort auf, ortsunkundig, weiß, bunte Sachen, die Kamera immer nervös in der Hand. Wenn ich Einheimischer wäre, würde ich mich ziemlich amüsieren. Nach einigen Überlegungen nahmen wir uns eines der vielen Boote am Ufer des Rio Napo und ließen uns auf dem Fluss ca 2 km weiter zu einem Dorf mit indigenen

Bewohnern bringen. Touristisch aufbereitet wurden uns dort Tänze, Essen und die Kunst der Ureinwohner gezeigt. Ich ließ mir eine Boa um den Hals legen, Fotos machen und dann wurden wir auch schon in den Shop geleitet, um dort Kunsthandwerk kaufen. Etwas schade, denn man fühlte sich wirklich als Tourist, und in uns wurden eher die Dollarscheine gesehen als Menschen, die Interessen an Neuem zeigten. Aber so ist das eben, wir hatten ja nur dieses Wochenende, um uns ein klein wenig damit zu beschäftigen. Ich will auf jeden Fall noch einmal eine größere, längere und tiefgründigere Tour durch das ecuadorianische Amazonasgebiet unternehmen.

Zurück am Strand, wo die Boote lagen, gingen wir im Fluss baden. Erfrischendes Wasser, am Flussufer der Urwald, eine schöne Sache! Auf dem Rückweg kam uns ein Junge entgegen, der seinen Rucksack öffnete und nicht etwa matchbox Autos herausholte, sondern eine kleine Boa. Da ich die GoPro die ganze Zeit in der Hand hatte, konnte ich unauffällig Fotos machen. Oft sehen die Ecuadorianer sie nicht als Kamera an, weil sie ja kein Display hat. Das macht sich relativ gut, um auch mal unbemerkt Fotos machen zu können! 😀

Kekse essend wollten wir zurück, als plötzlich Affen in den Bäumen auftauchten. Sofort wurde die Kamera gezückt und die Kekse wurden zum kostbaren Gut, denn damit ließen sich die Affen anlocken und füttern. Kaum die Hand ausgestreckt kam einer, entweder gesprungen oder gelaufen und nahm den Keks. Sehr zutraulich die kleinen Äffchen, sie werden wahrscheinlich oft von Touristen gefüttert und haben sich daran gewöhnt. Dann musste ich aber doch mal ein ernstes Wörtchen mit einem reden, denn alle Kekse waren nun doch nicht für ihn bestimmt … 😃

Am Abend ging es noch durch die Stadt, wieder mal feiern, wobei ich mich beim Salsa tanzen und mit Blick auf meine Bewegungen wieder an die Stöcke im Regenwald erinnerte… 😀

Blick über Tena, aus dem Bus fotografiert, daher etwas unscharf
Auf dieser Karte ist die Samstagstour zu sehen, von Tena nach Misahualli
Er hat alle meine Kekse gemobst, dann muss auch mal ein ernstes Wörtchen geredet werden! 😀



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