Fahrradtour zum „Cascada el Pailón del Diablo“

Montag zogen wir um, weil wir nicht besonders zufrieden mit dem Hostel waren. Wir hatten erfahren, dass am anderen Ende der Stadt ein besseres lag. Also packten wir alles zusammen und Abmarsch. Im anderen Hostel merkten wir schnell, dass die Amtssprache Deutsch war. Lauter Backpacker, Rundreisende aus Europa und sehr viele Deutschsprachige! Nach dem Einchecken ging es zum Frühstück – diesmal zu einem, welches an europäische Bedürfnisse angepasst war. Eierkuchen gab es also – lecker schmecker.
Danach zu der Agentur, wo wir die Fahrräder aussuchen konnten. Das zog sich natürlich bei sechs Personen länger hin als einem lieb war. Wir radelten dann die Straße entlang Richtung Puyo, der Stadt im Urwald. Till und ich, wir beiden Jungs preschten vorneweg, die Mädchen klagten über unbequeme Sattel und lauten Straßenverkehr. 😕 Dann plötzlich eine Panne – Schaltung kaputt. Wir riefen die Agentur an, die uns sofort einen neuen Drahtesel brachte. Punkt für den Service! Immer weiter an der Straße entlang, kleinere Wasserfälle an beiden Seiten, wunderschönes Panorama und meistens bergab, hervorragend. Nur so eine erfrischende Buttermilch fehlte mir da noch zum glücklich sein! 😀
Am ersten großen Wasserfall hielten wir an, er war auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht. Wir hatten in Baños bei den Agenturen schon Bilder vom „Canopy“ gesehen, wie man an Seilen befestigt über die Schlucht und den Wasserfall „fliegen“ kann. Zack – und da ich mir dachte, dass große deutsche Wasserfälle meistens die kaputte Regenrinne ist und da man ja nun bei weitem nicht rüber fliegen kann, ließen wir uns für 15$ ein Geschirr anlegen und waren fertig für den Spaß.
Mulmig war uns zumute, denn über ecuadorianische Sicherheitsstandarts hatten wir nicht immer Gutes gehört.
Aber eh wir uns versahen waren wir festgemacht und rauschten mit Dutzenden KM/H über die Schlucht. Klasse Gefühl, auch wenn der große Adrenalinkick bei mir ausblieb.
Auf der anderen Seite Fotos, kurz den Ausblick genießen und dann zurück zu Till und Jenny, die auf uns vier Fliegende gewartet haben.
Viele Schaulustige guckten sich das Spektakel an, wenn wieder jemand kreischend, wie in der Werbung eines online-Schuhversands, loszischte.
Nach 25 weiteren km auf den für ein Mountainbike untypischen Gelsatteln, erreichten wir den „Cascada el Pailó del Diablo“ (Wasserfall/Kessel des Teufels). Vom Teufel waren die vielen Touristen… Aber wir waren ja auch welche, mit Kameras ausgestattet, kamen wir dazu. Erst einmal liefen wir einen etwa zwei km langen Weg nach unten. Da kamen uns schon die Massen, die mit ihren Fotoausrüstungen wie Maultiere beladen waren, entgegen.
Unten angekommen, mussten wir noch einmal Eintritt zahlen, und dann hieß es Anstehen und Drängeln auf den schmalen Wegen, wie in der U-Bahn. Es ist schon atemberaubend, wie so viel Wasser fünfzig Meter in die Tiefe rauscht und dabei einen Lärm erzeugt, der vom Stadtverkehr in Quito kaum zu übertreffen ist. Viele Leute holten ihre Selfiesticks heraus und ich fühlte mich nicht mehr so allein mit meinem. 😀
Dann krauchten wir durch schmale Höhlen bis ganz nach oben, direkt unter den Wasserfall, wir wurden wir von oben bis unten nass… Aber das war klasse! Über die Schlucht führte eine sehr wacklige Hängebrücke. Kein großes Problem für mich. Es fühlte sich ein bißchen so an, als wenn man mit 2 Promille im Turm über die Straße läuft. Wenigstens einmal, dass sich das Training lohnt … 😀
Was mir auch noch auffiel war, dass gar nicht so viele Gringos wie sonst an touristischen Orten zu sehen waren. Klar, an solchen Orten trifft man eigentlich immer Touristen, aber es waren bestimmt nur so 10-15 %. Hauptsächlich aber sah man hier Latinos! Woran das lag, weiß ich nicht.
Auf dem Rückweg fing es stark an zu regnen, aber wir fuhren dann kein Fahrrad mehr, sondern fragten einen LKW- Fahrer, ob er uns mit nach Baños nehmen kann. Fahrräder locker hinten drauf, wir auf die Ladefläche und dann ging es los. Rush Hour – 2 Stunden brauchten wir, aber als wir angekommen waren, wartete wieder der Burger und das Tanzbein 🙂 

    
    
 

Ein Gedanke zu “Fahrradtour zum „Cascada el Pailón del Diablo“

  1. Bine

    Habe bemerkt, dass die Fotos, auf denen Fernando Casa mit hübschen Mädels zu sehen ist, deutlich zunehmen…:-)) Ein gutes Zeichen!!! Ansonsten wäre so ein Seilflug über die Schluchten ja absolut nichts für mich, aber ich bin ja auch mehr als doppelt so alt… Schön war es auch zu sehen, dass Du trotz des leider fehlenden Anschlusses an eine Gastfamilie offenbar aber ein gutes Netzwerk gefunden hast zum Austausch, Klönen, Erleben, Feiern, Tanzen…Denk immer an den biegsamen Zweig, der muss noch weg!

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