Cuenca

Nach ein paar freien Tagen in Fundacion brach ich am Abend des 27. Dezember auf nach Cuenca. Die Stadt im Süden Ecuadors gilt wegen ihrer Architektur und Lage als eine der schönsten Südamerikas. (Bilder auf der Galerie-Seite „Cuenca“) Diesmal allein, machte ich mich auf die Reise. Im Bus traf ich vollkommen zufällig zwei andere Freiwillige, die nicht meiner Organisation angehören. Also schlossen wir uns kurzerhand zusammen und erkundeten nach der durchgefahrenen Nacht das Zentrum Cuencas. Es gibt dort wirklich wunderschöne Häuser. Mehr oder weniger restauriert versprühen sie kolonialen Scharm und wenn man die alten Kirchen und Kathedralen so bestaunt, freut man sich einerseits darüber und dass so viel von den 100-400 Jahre alten Bauten erhalten ist, andererseits denkt man auch darüber nach, was Weltkriege und Zweckbauten in Europa alles für architektonisches Kulturgut zerstört haben müssen.
Beeindruckend war für mich besonders die „neue Kathedrale“ die von 1865 bis 1967 gebaut wurde. Allerdings ohne Glocken auf den Türmen, denn Berechnungsfehler des deutschen Architekten machten es unmöglich, diese hinaufzuschaffen und so liegen sie bis heute im Eingangsbereich. 😀
Durch die lange Bauzeit fanden 8 Baustile den Weg in die Kathedrale – unter anderen der Klassizismus, Neoklassizismus und Barock.

Am Abend besuchten wir eine Hutmanufaktur, denn Cuenca ist berühmt für die Panama-Hüte. Sie werden aus dem Stroh der Toquilla Palme handgeflochten, die in Ecuador  wächst. Kurz vor Ladenschluss bekamen wir eine persönliche Führung, wobei uns erklärt wurde, dass der Panamahut seinen Namen daher bekam, weil Arbeiter beim Bau des Panama-Kanals diese trugen, und zuguterletzt Präsident Roosevelt einen trug als er den Bau begutachtete. Diese Fotos gingen um die Welt – so war der Name geboren. 🙂 Ich kaufte mir auch einen. Hoffentlich kann man mich dann bei der Sonneneinstrahlung hier am Äquator dann nicht mehr tagtäglich mit einer Tomate verwechseln. 😀

Am nächsten Tag fuhren wir zum nahegelegenen Nationalpark „Las Cajas“. Ein riesiges Naturschutzgebiet, wovon ein kleiner Teil bewandert werden kann – wobei klein nur in Relation zum gesamten Nationalpark zu verstehen ist!
Es war eine Registrierung mit Pass und Foto für eventuelle Vermisstenanzeigen nötig, bevor wir los wandern konnten.
Wir wählten eine 5-Kilometer-Route, für die man laut Anzeigetafel 4 Stunden brauchen sollte. Nach ca. 30 Minuten waren wir vollkommen allein – allein in der wunderschönen Landschaft bei kalten 7 Grad auf 4000 m Höhe. Vollkommene Ruhe – wenn meine Schüler in Quito mal so still wären, dachte ich mir …. 😀
So wanderten wir den mehr oder weniger gut ausgeschilderten „Rosa“ – Wanderweg entlang, trafen immer mal wieder Wanderer und plötzlich auch Alpakas. Die faszinierende Natur, die Luft so sauber – herrlich.
Die einzelnen Bäche und Lagunen führen glasklares, wohl bekommendes Wasser. Nach 4 Stunden waren wir durch, gelangten zu einer Straße, von wo die Mädchen zur nächsten Bushaltestelle laufen wollten, um dort einzusteigen. Aber wo sind wir?! Richtig – in Ecuador 😀 Also hielt ich den Daumen raus und ein paar Minuten später saßen wir zu dritt auf der Ladefläche eines Pickups, der uns in einem Affentempo zurück nach Cuenca fuhr! 🙂
Geschafft vom Tage kochten wir noch zusammen Lasagne … 🙂

Am nächsten Tag ging’s wieder früh raus, denn wir wollten zum „Macchu Pichu“ Ecuadors – Ingapilka. Diese Ruinen der Inka sind etwa 2h Busfahrt von Cuenca entfernt.
Wir aber waren etwas enttäuscht. Es ist touristisch stark aufbereitet – mit Beton nachgezogene Mauern und eine nur zu 3/9 des eigentlichen Umfangs vorhandene Führung wegen mangelnden Personals fanden wir etwas schade. Und dann ein stolzer Eintritt. Nichtsdestotrotz liefen wir dann allein herum und versuchten uns mit Hilfe des Reiseführers die 500 Jahre alten Ruinen etwas näher zu bringen. Wie die Inka ohne jeglichen Beton die Mauern ihrer Gebäude so filigran hinbekamen, verblüffte uns doch sehr. Da passt nichts in die Ritzen der Wand, als Klagemauer würde sich diese sehr schlecht machen!

Am Ende fanden wir diesen Ausflug sehr lohnenswert, hatten wir doch noch einen Einblick in die „Welt der indigenen Bevölkerung“ bekommen.

Am folgenden Tag verließen mich die Mädchen wieder, ich war noch einen Tag allein in Cuenca, bummelte durch die Stadt, aß hier mal ein Eis und da mal ein Stück Kuchen und ließ es mir gut gehen, bevor ich dann an die Küste fuhr, um mich mit anderen zum Jahreswechsel zu treffen. 🙂

  
  
  
  
  

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