Milch und Kekse – Schulessen

Bei der Überschrift könnte man denken, dass das Schulessen an meiner Schule aus Süßigkeiten ohne Ende besteht – leider nein 😀 Tatsächlich wird jeden Tag in der großen Pause aus einem großen Karton Kekse und Milch an jeden Schüler vergeben. Ein Trinkpäckchen á 200ml Milch, je nachdem welcher Geschmack in der Vorratskammer gegriffen wurde, entweder Erdbeere, Vanille oder Schokolade. img_6084Dazu gibt es nahrhaft angereicherte  „Galletas de Arroz“ („Kekse aus Reis“). Geschmack und Konsistenz ähneln sehr harten, ungesüßten Butterkeksen, wie meine Englischtests. 😀
Aber dass es dieses Angebot gibt,  ist dem „Schulmilchprogramm“ zu verdanken, an dem ca. 250 000 Grundschulkinder in den Randgebieten von Quito und Guayaquil (rund 25 % aller Schulkinder in solchen Gebieten) teilnehmen. Dieses Programm hat eine Reihe positiver Auswirkungen: Es gibt weniger Schulabbrecher, weniger Kinder müssen eine Klassenstufe wiederholen und auch die Mangelernährung hat abgenommen, bei manchen ist das leider ins Gegenteil ungeschlagen, aber da würde ich die Schuld nicht der Milch und den Keksen geben. 😉   „Das H-Milch-Programm in Ecuador, das Modellcharakter in der Region hat, hat eine zusätzliche Förderung erhalten, so dass die Reichweite im Jahr 2013 auf täglich 580 000 Kinder erweitert werden konnte.“, schreibt tetrapak.com, in deren Kooperation mit Nestle und dem ecuadorianischen Bildungsministerium dieses Programm ins Leben gerufen wurde.
In Ecuador gibt es für alles Ministerien, z.B. Entwicklungsministerium, Sportministerium aber auch ein Ministerium für Glück (Ministerio de  felicidad) – wozu letzteres gut ist kann mir selbst meine Gastmutter Virginia nicht erklären! 😀 img_6136Aber eben dieses Bildungsministerium liefert dieses Essen für die Kinder einmal alle 2-3 Monate mit einem riesigen LKW. Dann ist die ganze Schule aus dem Häuschen und die Jungs machen wieder den King unter sich aus – wer am meisten Milchkisten tragen kann. Diese Milch, vor allem mit Geschmack Schokolade, geht schnell weg, die Kekse dagegen kommen wie gesagt, bei den Schülern nicht besonders gut an und bleiben oft liegen – tja ungesüßte, nahhafte Lebensmittel ziehen eben den kürzeren gegenüber Eis und Pommes vom Kiosk gegenüber, der sich in den Pausen fast eine goldene Nase verdient, wenn die halbe Schule am Zaun steht und das durchgeschmuggelte Essen erwartet! 😀

  
  

Ein Gedanke zu “Milch und Kekse – Schulessen

  1. Picht

    Lieber Ferdi, Ich bin jetzt wieder besser einsatzfähig, aber immer noch 82 Jahre alt. Deshalb danke ich dir nur kurz für die Aufnahme in Deinen Blog und versichere dir, dass ich möglichst alles zu lesen versuche. Erstaunt hat mich, dass unser 8. März so fern von hier noch aktuell ist. Herzliche Grüße deine „Oma“ Helga

    Liken

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