Eine Woche danach…

Wenn ich in dieser Woche meine sozialen Netzwerke öffnete, kamen und kommen mir sofort Bilder, Videos und Textnachrichten über das Erdbeben entgegen. Das Land ist weiterhin im Ausnahmezustand – auch wenn sich die Lage in Quito weitestgehend normalisiert hat, aber die Hauptstadt war auch nicht so stark betroffen wie die Küstenregion. Dort ist die Zahl der Todesopfer auf über 650 und die Zahl der Verletzten auf über 12.000 angestiegen. Noch immer werden über 100 Menschen vermisst.  Soviel zu den offiziellen Zahlen. Eine Deutsche ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch ums Leben gekommen, eine Austauschschülerin, die sich zur Zeit des Erdbebens in Manta aufhielt, eine der Regionen, die am stärksten betroffen ist. Die Erde hat noch nicht aufgehört zu beben, seit letzter Woche Samstag gab es über 700 Nachbeben, von denen der Großteil so schwach, dass man sie nicht spürte. Am Donnerstag jedoch gab es hier in Quito noch eines der Stärke 6.2, das war dann wieder sehr unheimlich. In den schwer betroffenen Gebieten suchen Hilfsmannschaften noch nach Überlebenden, aber die Hauptaufgabe ist es, die, die mit dem Leben davon gekommen sind, zu versorgen. In den Nachrichten werden viele Bilder aus den betroffenen Gebieten gezeigt, aber das ist nur die eine Seite. Ich habe mit vielen Menschen aus diesen Gebieten Kontakt. Außer denen in sehr stark betroffenen Gebieten geht es den meisten gut und der Alltag ist wieder eingekehrt. Oftmals werden Bilder nur aus den am stärksten betroffenen Straßenzügen gezeigt, obwohl 90% der Stadt quasi unzerstört sind und das Leben wieder ganz normal läuft. In den sozialen Medien werden Familien gezeigt, die auf der Straße oder in Zelten schlafen. Dabei tun sie das oftmals nur, weil sie Angst vor Nachbeben während des Schlafens haben, nicht aber, weil sie obdachlos geworden sind. Trotzdem rückt das ganze Land zusammen, überall gibt es Spendenaktionen, jeder gibt, was er entbehren kann. Auf Flaschen und Dosen werden Nachrichten an die Erdbebenopfer geschrieben. In meiner Schule wurde in jeder Klasse gesammelt, vor allem Trinkwasser, Reis, Zucker, Thunfischdosen und allerlei was man noch so braucht – bis hin zu Handcreme. Man spürt großen Zusammenhalt, aber auch Anspannung und Angst, dass es noch einmal so stark Beben könnte.

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