„Dia politico“

Am letzten Wochenende war ich beim „Dia politico“, zu dem der Organisator der Veranstaltung im Auftrag des „RED weltwärts“ in Ecuador, Alexander Sitter eingeladen hatte. Im Anscluss schrieb ich einen Artikel über diesen Tag:

 

„Dia Político“ – ¿Ecuador? ¡Cuídate!
„1995 führten wir einen sinnlosen Krieg mit Peru, aber wir haben etwas gewonnen – Einen Quadratkilometer!“ – tosender, ironischer, Beifall im Raum! Vicente Albornoz, Dekan der Fakultät der Wirtschaftswissenschaften der Universidad de la Americas, hatte gerade aufgezeigt, wie die einzelnen Hochs und Tiefs der ecuadorianischen Wirtschaft im Zeitraum von 1965-2015 zu erklären sind. Dabei wurde aber nicht nur der sinnlose Krieg gegen Peru erwähnt, sondern viel mehr die zahlreichen Regierungswechsel und Wirtschaftskrisen, die das Land in der jüngeren Geschichte meistern musste. Die 40 jungen Freiwilligen aus Deutschland waren begeistert, dass Alexander Sitter, Organisator der Veranstaltung im Auftrag des „RED weltwärts“ in Ecuador, zum „Dia Politico“ in die UDLA nach Quito eingeladen hatte. Der Professor überzeugte mit Sachverstand und dazu mit großer Geduld, in jedem zweiten Satz unterbrochen zu werden und die zahlreichen Fragen zu beantworten.
Dass die Wirtschaft des Landes eng mit dem geförderten Öl zusammenhängt, war weitgehend bekannt, dass Ecuador allerdings ein Negativwachstum des BIP von 4,5 % in diesem Jahr zu erwarten hat, das erstaunte sehr. Aber warum? „Tja, wenn das Geld in die Popularisierung des Präsidenten fließt und man in 9 Jahren Regierung so viel ausgibt wie davor in 32 Jahren, braucht man sich nicht zu wundern, wenn man in Zukunft schlecht da steht!“ gab der Professor mit Blick auf die Statistik zu verstehen. Die Infrastruktur wurde zwischen 2007 und 2015 ausgebaut, die Schulen wurden verbessert und die Armut im Lande geht zwar immer weiter zurück, allerdings nicht mehr so atemberaubend schnell wiezwischen 2001 und 2006, als diese linear mit 4 Prozentpunkten jährlich nach unten schnellte. Aber wirtschaftliche Fehlentwicklungen nur am Präsidenten festzumachen, das wäre zu einfach. Ecuador hatte in der Vergangenheit stark mit der Inflation zu kämpfen, die vor der Einführung des Dollars im Jahr 2000 immer wieder über 100 % betragen hatte und sich jahrzehntelang nicht stabilisierte. Mit dem Dollar gehen viele Vorteile einher, allerdings ist das kleine südamerikanische Land damit auch stark abhängig von den USA, da sie sich nur das Zahlungsmittel „gemobst“, allerdings nicht wie in einer Währungsunion wie dem Euro Einfluss auf die Geldpolitik haben, wie auch zwischen den Zuhörern kontrovers diskutiert wurde.
Inzwischen hat sich die Lage aber stabilisiert und der Dollar ist nicht mehr wegzudenken. Trotzdem würde man dem Land mit Blick auf die Wirtschaft am liebsten zurufen: „¡Cuídate!“
Ferdinand Heim

Bilder: Alexander Sitter

Ein Gedanke zu “„Dia politico“

  1. Maxim

    Das scheint mit dem Dollar so ähnlich zu sein wie beim Euro mit Griechenland. Wenn man keinen richtigen Einfluss darauf hat, dann reicht das eben nicht

    Liken

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