„Dia del Maestro“ – „Tag des Lehrers“

Warum soll es einen Kindertag, Frauentag, Männertag, Muttertag, usw. geben, wenn nicht einen Tag der Lehrer?! Das denken sich auch die Lehrer in Ecuador, und deshalb ist ein extra Feiertag für sie eingeführt worden. Ich schrieb am 13.4. nicht darüber, aber wollte es unbedingt noch nachholen! Was haben die Lehrer gemacht, damit sie ihrer Tag auch so richtig gemeinsam genießen können? Richtig, sie schickten erst einmal alle Plagegeister, die sich Schüler nennen, um 8:00, also 40 Minuten nach Schulbeginn wieder nach Hause! 😀 Dann wurde auf dem Fußballplatz getanzt – angeleitet von der Sportlehrerin wurden allerlei rhythmische Bewegungen durchgeführt, die man als mehr oder weniger geübter Mitteleuropäer leider nur „ausreichend“ ausführen kann. Aber danach war ich, anders als beim Tanzen, voll in meinem Element, denn es gab gutes Essen. Sogar zweimal, erst gestiftet von netten Eltern, die auch ein kleines Geschenk für alle „Maestros“ bereit hatten und dann noch von uns Lehrern selbst – so als Wertschätzung unsererseits! Gesungen, getanzt, viele Fotos, und tolle Reden, die immer wieder betonten, wie wichtig die Arbeit eines guten Lehrers für die Kinder und das Land sei. Vom Staat anerkannt wird es nur durch diesen Feiertag, habe ich das Gefühl, denn mehr als 900 Brutto verdient ein Grundschullehrer in Ecuador nicht. Davon eine Familie zu ernähren und seinen gesamten Lebensunterhalt zu bestreiten ist schwer, denn die Lebenshaltungskosten in Ecuador sind bis auf die Dienstleistungen auf einem ähnlichen Level wie in Deutschland. Viele der Lehrer haben Zweitjobs. Am Wochenende fahren sie Taxi in der Nacht oder sind als Hausmeister tätig, um über die Runden zu kommen. An all das wollten wir nicht denken, und somit wurde kräftig aufgetischt, obendrein Kuchen, sodass wir, wenn nicht mit einem vollen Geldbeutel, aber einem vollen Magen und Herzen nach Hause gingen … ☺️DSC_4362DSC_4099DSC_4385

Kindertag in der Schule „Pablo Neruda“

1. Juni, Internationaler Tag des Kindes. Und was kann es ein besseres Geschenk für die Kinder geben, als diesen Tag frei zu bekommen? Naja, ganz frei war er nicht, aber es war auf jeden Fall eine große Fiesta an meiner Schule in Quito, wie auch in allen anderen Teilen des Landes, wie ich von den anderen Freiwilligen hörte. Ganz frei bekamen die Schüler nicht, allen waren in der Schule, aber das war ihnen auch ganz recht. Wir Lehrer hatten nämlich zusammengelegt und zwei Clowns engagiert, damit die Pausen- und Klassenclowns mal die wohlverdiente Pause bekommen! 😀 Bei jedem Zaubertrick ging ein großen Raunen durch die Kinder, die alle gebannt zuschauten und oftmals vergaßen, den Mund wieder zuzumachen, wie im Unterricht! 😉 Plötzlich wurden noch fünf weitere Tücher aus dem Hut gezaubert, obwohl doch vorher von einem der Schüler geprüft wurde, ob er wirklich leer ist…oder ein Stab knickte plötzlich ein, obwohl er vorher steif auf dem Arm balanciert wurde. Die Kinder tanzten, lachten und genossen sichtlich ihren Tag! Engagierte Eltern hatten Essen mitgebracht, das danach in den Klassenräumen jeder Klasse serviert und die Kinder somit weiter verwöhnt wurden. Dabei bekam ich mit, wie eine der Kleinen fragte „Warum das ganze eigentlich nur heute?“ – ja, gute Frage …. 😀

Schwimmbad Inicial

Bisher hatte ich ja nur über die älteren Kinder der 4./5./6. und 7. Klassen im Schwimmbad geschrieben. Aber natürlich wollen die ganz Kleinen auch. Die Schule ist gegliedert in 2 Teile, der eine Teil umfasst 1.-7. Klasse , der andere ist eine Art Vorschule. Den Kindern wird beigebracht, dass man sich in der Schule zu setzen hat, es wird mit ihnen Sport gemacht und Malbilder in den entsprechenden Farben gestaltet. Mit eben diesen  Kindern im Alter von 3-5 Jahren ging es dann auch in das Schwimmbad, um eine Art Schwimm-Früherziehung durchzuführen. Noch mehr als bei den Größeren mussten wir beiden Sportlehrer aufpassen, dass sie nur im sehr flachen Wasser blieben, denn jeder Schritt ins tiefere Wasser kann gravierende Folgen haben. Wir hatten Schwimmflügel, Schwimmringe und alle möglichen Dinge dieser Art dabei… Einige Kinder, vor allem Mädchen, hatten panische Angst vor dem Wasser, fingen an zu weinen und wollten das Becken nicht einmal mit den Füßen betreten. Im Gegensatz dazu gab es aber auch die, die ohne Rücksicht auf Verluste ins tiefere Wasser springen wollten, obwohl ihnen das Schwimmen genauso fremd war wie mir in dieser Situation zuzustimmen. Wir beiden Sportlehrer hielten die Kleinen unter dem Bauch fest und dann strampelten sie wie Duracell-Häschen. Auch wenn keiner der Kleinen nach diesem Tag eine große Idee vom Schwimmen hatte, so war es doch ein Erfolg, dass die Kinder nicht mehr solche Angst vor dem Wasser hatten, wir vor diesem Tag.

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Trampen an der Küste 

 Der 24.Mai ist in Ecuador gesetzlicher Feiertag. An diesem Maitag des Jahres 1822 besiegten die Freiheitskämpfer die Truppen Spaniens am Pichincha und ebneten somit den Weg zur Unabhängigkeit Ecuadors. Der 24. fiel in diesem Jahr aber auf einen Dienstag – hmm, dumm gelaufen. Also wurde kurzerhand beschlossen, den Feiertag auf den Freitag den 27. 5. zu legen und am „werkfreien Tag“ wurde normal gearbeitet. Das ist so, als ob man den 3. Oktober in Deutschland jedes Jahr so legen würde, dass ein verlängertes Wochenende dabei rausspringt. Komisch, lustig, unmöglich – egal, mir soll es recht sein, wenn ich einen Tag mehr auf Reisen gehen kann! 

So hat es mich wieder einmal an die Küste getrieben. Ich denke, dass ich nicht jemand bin, der sich dort zuhause fühlt, nein, die Temperaturen in Quito sind schon recht angenehm im Gegensatz zu den schwül-warmen 32 Grad am Pazifik. Aber es hat etwas von Ferien und Freiheit wenn man nur in kurzer Hose und Badelatschen rausgeht und sich dann auch gleich am Meer befindet. Das genieße ich sehr! Ich traf mich in Santa Elena mit einem anderen Freiwilligen, der an der Küste arbeitet und gemeinsam beschlossen wir, wie schon am 1. Januar mal wieder eine Runde zu trampen. Mehr als einen Wasserkanister und unsere Rucksäcke hatten wir nicht dabei. Wir stellten uns an den Straßenrand und hielten den Daumen raus. In dieser Gegend dauert es nicht lange und schon halten die ersten Fahrzeuge an, die immer an der Küste entlang gen Norden fahren. Zack, Rucksäcke hinten auf die Ladefläche des Autos drauf und wir auch und dann zurückgelehnt und nach passenden Badestränden Ausschau gehalten, wo man sich denn am besten absetzen lassen kann, um dort zu essen und zu trinken und danach weiter zu fahren. Selbst die Polizei sagt dazu nichts, wir fuhren an mehreren Polizisten vorbei, aber es scheint, dass sie sich lieber um andere Angelegenheiten kümmern wollen. Uns soll es recht sein! 😀 wir machen ja nichts Verbotenes. Ich habe all dies in einem kleinen Video zusammengeschnitten, für mich zur Erinnerung, aber natürlich möchte ich euch dieses Video nicht vorenthalten! ☺️