Galapagos Tag 7 – Seymour

Wir hatten am sechsten Tag die Insel Isabela ausreichend besichtigt und so waren wir langsam wieder auf dem Rückweg, denn unsere Zeit auf Galapagos neigte sich dem Ende. Wir fuhren noch am Abend von Isabela wieder nach Osten,  also „zurück“ auf die Insel Santa Cruz.
Am nächsten Morgen hieß es wieder früh aufstehen, denn wir hatten uns noch eine letzte  große Tour gegönnt.
Der Bus brachte uns erst einmal von der Ortschaft auf die andere Seite der ca. 40km langen Insel, wo wir in einem kleinen Hafen ein 25 Mann fassendes Motorboot bestiegen.
Es war wieder eine bunt gemischte Gruppe, diesmal war sogar eine Familie aus Spanien mit an Bord.
Wir brachen zur kleinen Insel „Seymour“ auf, die nördlich von Santa Cruz unzählige Tiere beheimatet. Wir machten einen Spaziergang auf den ausgewiesenen Wegen, wobei allerlei Fregattvögel über unsere Köpfe flogen, gelbe Leguane an unseren Füßen entlang krochen und Blaufußtölpel verdutzt in unsere Kameralinsen guckten. Die Tiere schien es nicht zu stören, dass wir einen Meter von ihnen entfernt das Balzen beobachteten. Dazu bläst der Fregattvogel seinen Kehlsack auf, um mit seinem prächtigen Rot auf sich aufmerksam zu machen. Dabei klappert er war das Zeug hält. Die Blaufußtölpel waren mit dieser ganzen Geschichte schon fertig und kümmerten sich derweil um ihre Jungen, die noch schneeweiß waren.
Wir sahen auch jede Menge Tierkadaver, Robben die am Strand verendet waren aber auch genügend Vögel, die anscheinend nicht mehr genügend Fressen gefunden hatten.
Nach 2 Std auf der Insel ging es wieder aufs Boot, wir aßen Mittag und zum Abschluss fuhren wir noch einmal an einen Strand. Es war wunderschön, dort noch einmal tauchen zu können und dabei wieder Meeresschildkröten zu sehen. Flamingos standen im Hintergrund. Es gab nur zwei Dinge, die diese Idylle etwas störten. Zum einen die spanische Familie, die ihre 6- und 7-jährigen Töchter schon perfekt darauf abgerichtet hatte, auf selfies, die alle 2 Minuten gemacht wurden, künstlich zu grinsen und auch nicht davor halt machte, von der Insel aus mit der Familie in Spanien zu skypen. Aber zum anderen auch die Metallpfosten, die für die amerikanische Flotte im zweiten Weltkrieg am Strand errichtet wurden und jetzt nur noch dahinrosteten.
Aber alles in allem noch einmal ein sehr schöner Abschluss der ganzen Touren, die wir auf den Galapagos Inseln unternommen hatten und die beste Gelegenheit, so nah an diese Tierwelt heranzukommen.

Fotos: Helen Barbara

Galapagos Tag 6 – „Sierra Negra“

Die gesamten Inseln von Galapagos sind vulkanischen Ursprungs.
Das wollten wir auch erkunden und da man wegen des Naturschutzes fast ausschliesslich über Guides an diese Gebiete kommt, buchten wir am Vorabend eine Tour zur „Sierra Negra“. Auch wollten wir nicht immer nur mit Schildkröten und großen Fischen um die Wette tauchen – wurde langsam langweilig. 😉 😀
Die Insel Isabela ist die größte der Inselgruppe und die, mit den größten Vulkankratern. Mit aktiven Vulkanen -wohlgemerkt. Nach einer Stunde Autofahrt wanderten wir in dichtem Nebel auf ca. 1000m Höhe einen schmalen Pfad entlang in Richtung „Sierra Negra“ (Schwarze Wüste).  Unsere Reisegruppe bestand aus sehr visionierten Wanderern, die im Gegensatz zu uns mit Ausrüstung bestückt waren, mit der wahrscheinlich auch Reinhold Messner unterwegs ist. Helen und ich waren dagegen in Hemd und Turnschuhen hoffnungslos unterlegen… Aber das machte nichts aus, denn so schweres Gelände war es nicht. Am großen Vulkankrater von „El Chico“ („der Junge“) angekommen, hatten wir keinen guten Blick auf den Krater mit 12 km Durchmesser, denn der Nebel versperrte die Sicht. Also weiter, unser Guia hatte wohl nicht nur einen Hornissenschwarm im Allerwertesten… So rannten wir erst durch dichtes Gebüsch, das sich dann aber als eine beeindruckende Vulkanlandschaft entpuppte. So weit das Auge reichte, kaum Vegetation. die Sierra negra machte ihrem Namen alle Ehre wert. Das schwarze Gestein, die im Fluss erstarrte Lawa, die nun von oben brutzelnde Sonne und dazu gute Laune – herrlich. Helen und ich ließen uns immer wieder etwas von der Gruppe abfallen, auch wenn das eigentlich streng verboten ist, aber so konnten wir die Wege für uns gehen und hatten noch einmal etwas mehr Abenteuer. 🙂
Diese Landschaft habe ich in dieser Form ebenso noch nicht gesehen, obwohl sie vielleicht etwas mit Lanzarote, dem dortigen Timanfaya Nationalpark vergleichbar ist.
Auf dem Rückweg sahen wir auch noch einmal den Krater von „El Chico“ in seinem gesamten Ausmaß. Uns wurde gesagt, dass er ungefähr alle 20 Jahre  ausbricht und im Innern immer noch brodelt. Der nächste Schub wird für 2025 erwartet. Im Vergleich mit einem Ei ist die Erdkruste nicht einmal so dick wie die Eierschale, darunter brodelt schon das tausende Grad heiße Gestein,  daran wurden wir an diesem Tage eindrucksvoll erinnert ..  !

Fotos: Helen Barbara

Galapagos Tag 5 – Insel Isabela – Murro de las lagrimas

An diesem Tag beschlossen wir, erst einmal auszuschlafen. Wir hatten in den letzten drei Tagen sehr viel gesehen und erlebt und waren am dritten Tag auf der dritten Insel – das will schon was heißen.
Wir uns dann für 10 Dollar Fahrräder aus, fuhren zum Hafen und suchten einen Platz zum Abstellen, den die Robben noch nicht belegt hatten. 😊 Das war gar nicht so einfach. Auch auf den Stegen bekam man sobald man vorbeiging einen Anranzer. Tschuldigung! 😄
Hin und wieder schwamm ein Leguan im Wasser am Steg vorbei, wir gingen nämlich durch die Uferpflanzen zu einer Stelle neben dem Hafen, an der man wunderbar schnorcheln konnte. Wir waren aber nicht lang im Wasser, denn wir hatten diesmal keine Neoprenanzüge an und so war uns nach einer Runde, bei der wir kleinere Fischschwärme und jede Menge roter Krebse sahen, schon etwas kalt. Wir schwangen uns dann aufs Fahrrad, um wieder zurück ins Hotel zu fahren. Dabei fiel uns auf, wie hässlich die Stadt auf Isabela eigentlich war, bzw nicht annährend so rausgeputzt wie die Siedlungen auf den anderen beiden Inseln. Ganz normale ecuadorische Küstenstadt. Nicht fertig, ganz einfach gebaute Häuser, überall Müll, die Fundamente einfach auf der erstarrten Lawa aufgeschüttet und Grafitti, wohin das Auge reicht.
Nach dem Mittag ging es einen Sandweg an der Küste entlang in Richtung „murro de las lagrimas“. Ich weiss nicht ob ich es erwähnt hatte, aber neben Truppenstützpunkt dienten die Galapagos Inseln auch als Straflager für Häftlinge. Und so wurde diese 25m hohe Mauer, zu deutsch Tränenmauer von 1945-1959 von diesen Häftlingen gebaut, wobei tausende starben. Einheimische behaupten, noch immer Schreie zu hören.
Auf dem Weg dahin kamen wir immer wieder an kleineren Plätzen vorbei, die durch schmale Pfade zugänglich waren. Dabei kreuzten aber nicht nur unzählige Leguane unseren Weg, sondern unter anderem auch eine Großfamilie beim Barbeque. Mit allerlei Gerät ausgestattet, Musikboxen ebenso am Start wie 3 Einweggrills trampelten sie so ziemlich alles platt, was ihnen dort im Weg lag. Bei den in Fußballtrikots und Badelatschen herumrennenden Frauen und Männern machte so ziemlich alles reißaus, was lebensdig war. Außer ein paar der Vögel, die sich anscheinend schon an jene Art menschlicher Spezies gewöhnt hatten – sie warteten so lange, bis sie endlich auch mit Steak vom Grill gefüttert wurden. Es gibt also nicht nur in Tarnkleidung und mit Fernglas und Fotoapparat bewaffnete Touristen im streng geschützten Nationalpark.
Helen uns ich liefen jedenfalls immer weiter, Fahrräder hatten wir am Eingang stehen gelassen und waren den insgesamt 10 km langen Weg nun zu Fuß unterwegs.
Trockene Vegetation, Kakteen und hin und wieder Vögel begleiteten uns.
Die „Murro de las lagrimas“ stand auf einmal vor uns und in Erinnerung an die Geschichte sah man diese noch einmal mit anderen Augen. Zwar hörten wir keine Schreie der unzählig bei der Errichtung gestorbenen Häftlinge, dennoch versetzte sie uns in Ehrfurcht.
Auf dem Rückweg wurde es schon langsam dunkel, aber der lange breite Strand von Isabela lud noch einmal ein, bevor auch dieser erlebnisreiche Tag zuende ging … 🙂

Fotos: Helen Barbara

Galapagos Tag 4 – Insel Isabela – Los Tuneles

Am frühen Morgen ging es mit dem Boot von Santa Cruz nach Isabela, denn wir hatten bereits am Abend die nächste große Tour bei der Reiseagentur unseres Vertrauens gebucht. Beim Inselhopping fährt man mit kleinen Schnellbooten mit ca. 35 Personen 2 Std zwischen den großen Inseln umher. Vorher wird man am jeweiligen Hafen der Insel gut duchgecheckt, damit keine Steine, Sand, Lebewesen oder was sonst noch die jeweils unterschiedliche Flora und Fauna der einzelnen Inseln zerstören könnte.
Als wir auf Isabela ankamen, waren wir fasziniert vom Hafen. Es empfing uns ein Holzsteg in türkisblauem Wasser und nicht, wie auf den anderen Inseln, ein großer Betonklotz. Robben lagen auf den Bänken und so mussten eben die Menschen stehen, ganz einfach. Aber das störte keinen, sondern alle schwatzten munter drauf los.
Wir hatten aber gar nicht viel Zeit, um das alles auf uns wirken zu lassen, sondern fuhren sogleich per Taxi zum Hotel, packten sie Sachen und standen schon wieder im Hafen.
Los gings zur nächsten Tour – Los Tuneles. Es war wieder eine kleine Gruppe – diesmal mit US-Amerikanern, Italienerinnen und Mexikanern und wir freuten uns auf den Tagestrip. Der Reiseleiter und Biologe Juan Carlos wollte von jeder Nation ein Lied vorgesungen bekommen – den anderen war als einziges Lied aus Deutschland „Ihr Kinderlein kommet“ bekannt, also wurde das geträllert. 😀
Nach einer Stunde kamen wir an und ich merke gerade, dass es mir schwer fällt, diese Landschaft zu beschreiben, denn ich habe etwas Vergleichbares noch nie gesehen. Es war wie ein großes Gebiet von kleinen Schluchten, etwas vorgelagert, begrenzt mit Vulkangestein und innen glasklares Wasser wie in einem Pool wo man bis zum Grund gucken konnte.
Wir fuhren mit dem Boot hindurch und ab und zu grüßten Pinguine, Robben und Blaufußtölpel von den kleinen Inseln. Wir gingen an „Land“, machten Fotos und sahen dabei Meeresschildkröten von oben, wie in einem Aquarium.
Nach einem kleinen Mittag ging es noch zu einer anderen Stelle. Dort zogen wir den Neopren-Anzug an und schnorchelten im Wasser.
Wir hatten Glück, dass wir einen Guide hatten, denn sonst wäre die ganze Gruppe planlos herumgepaddelt. So konnte jemand suchen, der Erfahrung hat, uns dann dort hinholen und darauf achten, dass wir uns entsprechend verhalten. Er gab uns ein Zeichen, wenn er eine Schildkröte entdeckte und dann schwamm die ganze Gruppe dorthin. Ganz im Gegensatz zu uns war die Meeresschildkröte am Grund und versuchte, sich etwas im Dickicht zu verstecken. Der Panzer mit ca. 1,5m Durchmesser passte – wie schon bei den Landschildkröten – nicht zur Proportion des viel kleineren Kopfes, aber die Augen waren um einiges größer, hatte ich das Gefühl.
Bald darauf kam auch schon das Zeichen, dass Haie in Sicht waren. Es hielten sich drei am Meeresboden auf, sie schienen uns nicht besonders zu beachten. Bisher hatte ich solche Lebewesen nur in Filmen und auf Fotos gesehen und starrte jetzt voller Ehrfurcht auf diese Tiere.
Immer weiter beobachteten wir große bunte Fische, Haie, die unter einem hindurch schwammen, Schildkröten, die sich beim Essen nicht stören ließen und kleine Seepferdchen. Atemberaubend.
Nach 1,5 Std war dann wieder Schluss, der Pazifik ist hier ziemlich kalt. Auf der Rückfahrt in der nachmittaglichen Sonne konnten wir noch einmal über all das nachdenken, was wir so gesehen hatten …. verarbeiten werde ich es sicher erst mit der Zeit … 🙂

PS: Die Fotos sind nicht bearbeitet! 🙂

Fotos: Helen Barbara

Galapagos Tag 3 – Santa Cruz

Auch am dritten Tag unserer Reise auf den Galapagos Inseln schliefen wir nicht aus – viel zu wertvoll schien uns die Zeit, als das man sie verschlafen könnte!! Wir hatten uns vorher schon gut informiert, was man alles sehen und erleben kann und so packten wir unsere Badesachen und machten uns auf den Weg zu „Las Grietas“, einer Felsspalte nahe der Stadt Puerto Ayora, in der wir auch unser Hotel hatten. Wir fuhren mit dem Boot auf die gegenüberliegende Seite und liefen dann auf einem Holzweg ca. 3 km zu unserem Ziel für den Vormittag. Unseren Weg aus Vulkangestein säumten unzählige Kakteen, die aufgrund der Größe und Dicke der Stämme mehr an Bäume erinnerten. Wir kamen auch an einem Salzsee vorbei bevor wir nach ca einer Stunde Fußmarsch an der Felsspalte ankamen. Ich sprang sogleich ins Wasser und konnte große Fischschwärme , die noch ruhiger als am vorherigen Tag an mir vorbeischwammen, beobachten. Wir hatten Glück, denn wir waren mit Abstand die ersten und so hatten wir diesen wunderschönen Ort in der morgendlichen Sonne, die von oben in die Felsspalte schien, für uns allein!
Mittags waren wir zurück in der Stadt und nahmen dort sofort ein Taxi, dass uns ins Hinterland der Insel brachte. Die Fahrt ging 40 Minuten an kleinen Siedlungen vorbei, bis wir auf einem Pfad zur Ranch „El Chato 2“ kamen. Das ist das Zuhause der Riesenschildkröten. Auf dem gesamten Gelände ernähren sie sich von der Frucht Guayaba, die dort in großen Mengen wächst. Sehr schmackhaft und vielleicht ein bisschen mit Maracuya vergleichbar. Seit Jahrhunderten leben die riesigen Tiere auf diesem Gebiet, nicht nur, aber hauptsächlich. Und so schleppen sie ihre schweren Panzer über die Erde, hin zu nächsten Frucht. 1,5 m Durchmesser, 50cm hoch –  es gucken nur der im Vergleich winzige Kopf und die Füße raus. Man stört sie nur, wenn man näher als 1 m an sie herantritt. Ansonsten haben sie ja schon sehr viel erlebt und mich beeindruckte die Vorstellung, dass einige 180 Jahre alt sind und damit bereits zur Zeit der Märzrevolution 1848 auf der Insel ihre Früchte aßen und einige von ihnen werden mich mit Sicherheit überleben… Ich stellte mir die Frage, ob sich vielleicht eine bei meinem nächsten Besuch mit meiner zukunftigen Familie an den erinnert, der mit seiner Kamera einige Minuten vor ihrer Nase rumgefuchtelt hat? 😃
Im Anschluss fuhren wir mit unserem persönlichen Taxifahrer für diesen Tag Carlos zu den „gemelos“ („den Zwillingen“). Zwei Vulkankrater die zugewachsen waren und uns noch einmal an den vulkanischen Ursprung der Inseln erinnerten.
Am Abend gönnten wir uns nach diesen beiden erlebnisreichen Tagen in der Essmeile der Stadt einen frisch gefangenen Fisch („Pescado Brujo“).
So einen zarten Fisch aß ich selten und ich fühlte mich an die Floßtour mit meinen Eltern und Brüdern in Schweden erinnert, bei der wir einen Hecht fingen und sogleich zubereiteten. Zu großen Abenteuern gehört vielleicht ein zarter, frisch gefangener Fisch … 😉

Fotos: Helen Barbara

Galapagos Tag 2 – San Cristobal – Tour Kickers Rock

Da wir die Tour für den Tag bereits am Vortag gebucht hatten, gingen wir also schon zu 7:30 Uhr in der früh zur Mole. Dort trafen wir unsere kleine Reisegruppe, bestehend aus zwei Israelis, zwei Niederländern, einem argentinischen Paar und 4 weiteren Deutschen sowie der Besatzung und natürlich uns. Der Katamaran mit Ausrüstung stach sogleich mit dem Ziel Kickers Rock in See. Nach einer Stunde Fahrt auf dem ruhigen Meer rund um San Cristobal kamen wir an dem vorgelagerten Felsen an. Eine Umrundung, danach zogen wir uns Neoprenanzüge an, setzten Schnorchel auf und dann ging es auch schon ins Wasser. An diesem „Kickers Rock“ versammelten sich viele bunte Fische,  die immer wieder mit ihrer Nase – um etwas zu Fressen abzulösen – an die Wasserpflanzen stupsten, die am Felsen wuchsen. Niedlich anzuschauen, aber auch die bunten Wasserpflanzen und Flechten waren beeindruckend! Wir sahen auch Meeresschildkröten und weiter in der Tiefe schwammen kleine Haie  an uns vorbei🙄. Nach einer Stunde im Wasser wurde uns dann aber trotz der Anzüge kalt und so versammelte sich die gesamte Gruppe zum Mittag auf dem Katamaran, der in sicherer Entfernung zum Felsen geankert hatte. Wir ließen uns bei schönem Ausblick auf den Felsen und auf den ca. 300 m entfernten Strand frischen Fisch, der von der Crew zubereitet war, schmecken. Anschließend besuchten wir den Strand, der nur mit dem Boot zu erreichen ist, denn dieses Gebiet der Insel ist für Besucher vom Land aus nicht zugänglich. Es gibt keine Wege und das Gestrüpp wäre nicht zu durchdringen ohne es zu zerstören. So gingen wir also an diesem Strand entlang, wobei uns die Robben im Wasser, aber auch an Land grüßten. 😉 Weißer Sandstrand, dazu der Kontrast von schwarzem Vulkangestein und im Hinterland das saftige Gras machten diesen Ort sicher nicht nur für uns zum Paradies. Der Strand bestand zum großen Teil auch aus Muscheln und ich hätte so gern etwas davon mitgenommen, aber dies ist streng verboten. Und das ist auch gut so, denn sonst gäbe es diesen Ort bald nicht mehr – wenn jeder der rund 100000 Besucher im Jahr von Galapagos etwas der Natur mitnehmen würde!
Wir genossen noch etwas die Ruhe, gingen baden, legten uns danach zu den Robben in den Schatten und ruhten uns etwas aus. Die speckigen Inselbewohner hatten damit kein Problem, öffneten zwar mal ein Auge um zu sehen, wer sich da so heranschleicht, aber wir waren anscheinend zu langweilig, um sie in kleinster Weise aus der Ruhe zu bringen. Selbst als der Niederländer Fußballfan sein Ajax Amsterdam Trikot daneben legte, um das „Fan Foto des Jahres“ zu schießen, beschwerten sie sich nicht – und das will schon was heißen! 😉 😀
Im Hafen von San Cristobal angekommen, wechselten Helen und ich nur schnell das Boot und machten uns mit all unseren Sachen auf zur nächsten Insel, Santa Cruz. San Cristobal hat zwar noch viel mehr zu bieten, aber unsere Zeit war begrenzt und deshalb mussten wir diese Insel nach 1,5 Tagen schon verlassen. Nach 2 Stunden Fahrt auf Santa Cruz angekommen, fielen wir im Hostal sofort ins Bett, sehr geschafft waren wir nach diesem erlebnisreichen Tag! 🙂

Fotos: Helen Barbara

Reise auf die Galapagos – Tag 1 – San Cristobal

 

Am 29.Juni fuhr ich mit meiner Reisegefährtin Helen direkt vom Abschlussemniar unserer Organisation von Quito nach Guayaquil, um am nächsten Morgen auf die Galapagos-Inseln zu fliegen. Am Extra-Eingang für den Nationalpark gut durchgecheckt – es darf nicht der kleinste Samen auf die Inseln mitgebracht werden – traten wir hoch euphorisiert den Flug an.
Am kleinen Flughafen von San Cristobal nach zwei Stunden Flug angekommen, zahlten wir die 100 Dollar Eintritt für den Nationalpark und nahmen von dort ein Taxi ins Zentrum. Uns fiel sofort auf, wie sauber die Stadt Puerto Baquerizo Moreno im Vergleich zum ecuadorianischen Festland ist. Wir hatten uns schon vorher ein Hotel gebucht, von dort war es nicht weit zum Strand La Loberia. Wir staunten über die Leguane, die den Weg kreuzten und wie sich die Robben neben den Besuchern sonnten! Man konnte dort gut schnorcheln, wobei mich die laut schreienden Wale in Person von amerikanischen Touristen etwas störten… 😉 Zurück nahmen wir wieder den Weg über das Vulkangestein und mussten aufpassen, dass wir auf keinen der sich sonnenden Leguane traten… Wie Drachen lagen sie mit grimmiger Miene auf dem Sand und bewegten sich nur, wenn sie im Schatten lagen, weil die Sonne langsam wanderte. Für den nächsten Tag buchten wir eine Tour in einer der zahlreichen Agenturen und gingen dann in das Informationszentrum von Galapagos. Natürlich war Darwin immer präsent, der Mann, der 1835 auf den Inseln war und naturhistorische Studien unternahm und damit den Blick auf die Entstehung der Arten revolutionierte. Aber es wurde auch viel über die Wirtschaft der Inselgruppe im Pazifik berichtet. Interessant war z.B., dass sie bis zum nächsten Jahr komplett aus erneuerbaren Energien versorgt werden soll. Und mich erstaunte sehr, dass der Zweite Weltkrieg selbst vor diesen einzigartigen Orten nicht Halt machte – und die Amerikaner Militärstützpunkte errichteten, um die strategisch gute Lage im Pazifikkrieg gegen die Japaner nutzen zu können.
Es waren für uns viele Eindrücke an unserem ersten Tag auf Galapagos – am Abend setzten wir uns mit einem Sandwich neben die Robben am Strand und ließen nochmal die vielen Erlebnisse Revue passieren …

Fotos: Helen Barbara