Galapagos Tag 5 – Insel Isabela – Murro de las lagrimas

An diesem Tag beschlossen wir, erst einmal auszuschlafen. Wir hatten in den letzten drei Tagen sehr viel gesehen und erlebt und waren am dritten Tag auf der dritten Insel – das will schon was heißen.
Wir uns dann für 10 Dollar Fahrräder aus, fuhren zum Hafen und suchten einen Platz zum Abstellen, den die Robben noch nicht belegt hatten. 😊 Das war gar nicht so einfach. Auch auf den Stegen bekam man sobald man vorbeiging einen Anranzer. Tschuldigung! 😄
Hin und wieder schwamm ein Leguan im Wasser am Steg vorbei, wir gingen nämlich durch die Uferpflanzen zu einer Stelle neben dem Hafen, an der man wunderbar schnorcheln konnte. Wir waren aber nicht lang im Wasser, denn wir hatten diesmal keine Neoprenanzüge an und so war uns nach einer Runde, bei der wir kleinere Fischschwärme und jede Menge roter Krebse sahen, schon etwas kalt. Wir schwangen uns dann aufs Fahrrad, um wieder zurück ins Hotel zu fahren. Dabei fiel uns auf, wie hässlich die Stadt auf Isabela eigentlich war, bzw nicht annährend so rausgeputzt wie die Siedlungen auf den anderen beiden Inseln. Ganz normale ecuadorische Küstenstadt. Nicht fertig, ganz einfach gebaute Häuser, überall Müll, die Fundamente einfach auf der erstarrten Lawa aufgeschüttet und Grafitti, wohin das Auge reicht.
Nach dem Mittag ging es einen Sandweg an der Küste entlang in Richtung „murro de las lagrimas“. Ich weiss nicht ob ich es erwähnt hatte, aber neben Truppenstützpunkt dienten die Galapagos Inseln auch als Straflager für Häftlinge. Und so wurde diese 25m hohe Mauer, zu deutsch Tränenmauer von 1945-1959 von diesen Häftlingen gebaut, wobei tausende starben. Einheimische behaupten, noch immer Schreie zu hören.
Auf dem Weg dahin kamen wir immer wieder an kleineren Plätzen vorbei, die durch schmale Pfade zugänglich waren. Dabei kreuzten aber nicht nur unzählige Leguane unseren Weg, sondern unter anderem auch eine Großfamilie beim Barbeque. Mit allerlei Gerät ausgestattet, Musikboxen ebenso am Start wie 3 Einweggrills trampelten sie so ziemlich alles platt, was ihnen dort im Weg lag. Bei den in Fußballtrikots und Badelatschen herumrennenden Frauen und Männern machte so ziemlich alles reißaus, was lebensdig war. Außer ein paar der Vögel, die sich anscheinend schon an jene Art menschlicher Spezies gewöhnt hatten – sie warteten so lange, bis sie endlich auch mit Steak vom Grill gefüttert wurden. Es gibt also nicht nur in Tarnkleidung und mit Fernglas und Fotoapparat bewaffnete Touristen im streng geschützten Nationalpark.
Helen uns ich liefen jedenfalls immer weiter, Fahrräder hatten wir am Eingang stehen gelassen und waren den insgesamt 10 km langen Weg nun zu Fuß unterwegs.
Trockene Vegetation, Kakteen und hin und wieder Vögel begleiteten uns.
Die „Murro de las lagrimas“ stand auf einmal vor uns und in Erinnerung an die Geschichte sah man diese noch einmal mit anderen Augen. Zwar hörten wir keine Schreie der unzählig bei der Errichtung gestorbenen Häftlinge, dennoch versetzte sie uns in Ehrfurcht.
Auf dem Rückweg wurde es schon langsam dunkel, aber der lange breite Strand von Isabela lud noch einmal ein, bevor auch dieser erlebnisreiche Tag zuende ging … 🙂

Fotos: Helen Barbara

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