Cuyabeno Nationalpark Teil 1

Ich hatte Ecuador in diesem Jahr gut bereist und kann von fast allen Stellen behaupten, sie gesehen zu haben. Was mir aber immer noch fehlte, war der Regenwald. Ich schnupperte zwar schon das ein oder andere Mal in Tena oder Baños daran, aber richtig rein in das Amszonasgebiet wollte ich noch einmal, bevor es wieder zurück nach Hause geht.
Also buchte ich mir mit Conny, einer anderen deutschen Freiwilligen, die ihre FSJ-Zeit in Argentinien verbracht hatte, die Tour in den Cuyabeno Nationalpark. Ungefähr 10 Busstunden von Quito entfernt, stiegen wir am Montag den 8. August in ein Boot, denn zu der Lodge, in der wir 4 Tage sein würden, führen keine Straßen. 2 Std lang fuhren wir mit einem kleinen Boot den Fluss entlang und entdeckten dabei bereits Anakondas, Affen und allerlei Spinnen, die den Regenwald beheimaten. Der Cuyabeno ist ein Nebenfluss des Amazonas, der in dieser Jahreszeit viel Wasser führt und wir deshalb per Boot zu der „Guacamyo Ecolodge“ gelangen konnten.
Gemeinsam mit anderen Touristen aus aller Welt bezogen wir unser Zimmer in den großen, auf Stelzen gebauten, Holzhäusern mit Strohdach. Sehr einfach gebaut, aber mit Hängematte und warmem Wasser!
Gleich nachdem wir angekommen sind, stiegen wir wieder in das kleine Boot und düsten mit 40PS zur Lagune, wobei wir auf dem Weg Affen entdeckten, die hoch oben in den Bäumen herumturnten.
Es war schon etwas spät geworden und nicht nur wegen der untergehenden Sonne verdunkelte sich der Himmel. Es waren vielmehr die großen, schwarzen Regenwolken, die sich 5 Minuten später auch schon entluden.
Mich störte das nicht besonders, denn ich war bereits in Badehose und hatte in der Lagune gebadet. Das Wasser war wärmer als die Luft, denn es hatte sich über den Tag aufgeheizt.
Der Regen prasselte auf der Rückfahrt  zur Lodge nur so auf uns hernieder – es regnete buchstäblich Mistgabeln! Trockene Sachen anziehen machte aber auch keinen großen Sinn mehr und so blieb ich in Badehose auf dem Rückweg im Bug des Bootes sitzen!

Am nächsten Tag begab sich unsere spanischsprechende Gruppe mit dem Guia William auf eine Wanderung in den Dschungel. Dabei stapften wir in Gummistiefeln durch Matsch und windeten uns um Lianen, die den Trampelpfad für die Natur wieder zurückgewinnen wollten.
Sergio (Katalane), Karina und Lisa (Ecuadorianer, die in den USA leben), Conny (meine deutsche Reisepartnerin aus Leipzig) und ich ließen uns von William allerlei Pflanzen erklären, sahen unzählige Spinnen und Vögel und waren begeistert von Bäumen, die mehrere hundert Jahre an diesem Fleck stehen.
Immer, wenn William sein Fernglas von der Schulter auf den Boden stellte, konnten wir obendrein Papageien, Spechte und allerlei andere Vögel sehen, die sonst nur an ihrem Pfeifen zu erkennen waren.
Im Anschluss gab es 3 Gänge Essen in der Lodge, das erste Mal, dass ich so etwas in Ecuador erlebe. 😀

Nach einer längeren Mittagsruhe ging es am Abend noch einmal zu der Lagune, wo bereits die Boote der ganzen anderen Lodges in der Umgebung warteten, um den Sonnenuntergang zu bestaunen.
Wirklich ein sehr schöner Anblick, aber ich freute mich eher auf die anschließende Nachtwanderung.
Eine Gruppe von zwei französischen Ehepaaren hatte sich unserer kleinen Gruppen mittlerweile angeschlossen und so krakselten wir mit Taschenlampen durch den nächtlichen Regenwald.
Dabei zeigten sich uns diesmal keine Vögel, dafür aber eine Vielzahl an Insekten. Wir sahen Raupen und Spinnen, kleine Salamander und eine Schlange die sich nicht daran störte, dass sie ungefähr 5 Minuten für jede Kamera posieren musste.
Als die gesamte Gruppe für einen kurzen Moment so still war, wie ich es nur aus dem Klassenraum während der Klassenarbeit kannte, konnten wir den ganzen Lauten im Dschungel lauschen. Ganz anders als gedacht, der Dschungel ist während der Nacht um vieles lauter als am Tage. Alle möglichen Grillen, Frösche und sonstige Tiere versuchen sich zu übertönen und dementsprechend laut ist das Konzert der „Cuyabeno-Band“.😃

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