3. Advent am Strand 

Da eine Freiwillige aus Atacames ihren Geburtstag feiern wollte, fuhr ich also dieses Wochenende an die Küste. Das erste mal Pazifik, 30 Grad und purer Sonnenschein – das mitten in der Adventszeit. Nach 7 Std Fahrt erreichte ich Esmeraldas und fuhr noch einmal eine Stunde in die nächst kleinere Ortschaft Atacames. Als ich aus dem Bus stieg, verwandelten sich meine Schweißdrüsen sogleich in Duschen – denn selbst in der Nacht sind es schwül-warme 25 Grad, was ich von Quito nicht gewöhnt bin.Am Samstag fuhren wir zusammen nach Mompiche – einem noch viel kleineren Dorf an der Küste. Dort befindet sich eine relativ untouristische Badeinsel, die wir besuchen wollten. Nach 5 mal umsteigen wegen Straßenschäden erreichten wir die Insel. Sie war vielleicht 2 Hektar groß – übersät mit einfachen Hütten aber auch 2 sehr einfachen Hotels aus Holz. Wir kamen uns weitab der üblichen Touristenströme vor. Die Palmen trugen so viele Kokosnüsse wie ich das bis jetzt nur in Trickfilmen gesehen hatte. Kinder am Strand schälten sie, um sich ihr Taschengeld aufzubessern und wir tauschten eine gegen Brötchen. Süßliches Kokoswasser, dazu frisches Kokosfleisch unter Palmen mit Blick aufs Meer bei 28 Grad im Schatten – fetzt. Jedenfalls waren wir dann auch genauso schnell im Meer, wie ich vielleicht beim Erklimmen einer Palme, um eine Kokosnuss zu ergattern, runtergefallen wäre! 😀 

Große Wellen, allein am Strand und selbst nach 1 Std im Wasser wurde es nicht kalt – paradiesisch.

Den Rückweg mussten wir dann leider doch antreten… Christoph und ich schlugen uns allein durch – ohne die Mädchen, die hier (warum auch immer 😀 ) viel schneller von den ausschliesslich männlichen Autofahrern mitgenommen werden… Bzw. Schlagen mussten wir beide uns dann selbst, denn die Moskitos überfielen uns dermaßen – ein Glück habe ich diese Viecher in Quito nicht – meine Beine juckten stark und schwollen an, aber ich tat eben auch etwas gutes für die Mückenpopulation. Einen unfreiwilligen Dienst im Freiwilligendienst! 😀 

Per Anhalter und Mototaxi huschten wir von Dorf zu Dorf, bis wir auf der Ladefläche eines „Rallyefahrers“ saßen. Mit ungelogen 140 Sachen über die Schotterpiste – da wurde uns schon mulmig, denn bei jeder noch so kleinen Bremsung konnten wir uns nur schwer hinten drauf halten. Aber es ist alles gut gegangen. Zu unserem Glück hatten die Mädchen im Hostel schon gekocht – sodass danach einem Besuch der Strandbars nichts Me(h)er im Wege stand. 😀 

Am nächsten Tag schliefen wir so lange bis uns die Schweizer Auswanderin, der das Hotel gehörte, aus dem Bett scheuchte. Dann sind wir noch einmal zum Strand von Atacames der 50 Meter entfernt lag. Die Surfer tummelten sich dort wie die Mücken gestern auf meinen Beinen. Man erkennt mich kaum – einen Sonnenbrand habe ich leider trotz Lichtschutzfaktor 50 bekommen! Christstollen und Lebkuchen aus Deutschland gabs dann noch – aber Weihnachtsfeeling kommt selbst damit bei niemandem von uns auf, da sind wir Freiwilligen, oft im Gegensatz zur gemeinsamen Tagesplanung, uns einig 😀 .

Am frühen Abend ging’s dann wieder zurück, ich fuhr die ganze Nacht durch, und landete am Montagmorgen um 4 wieder in Quito, wo ich meinen Unterricht vorbereitete und dann direkt in die Schule ging. Dabei wurde mir das vollkommen andere Lebensgefühl in der Hauptstadt noch einmal im Vergleich zur Küste bewusst: in Atacames war bis abends was los, alle versammelten sich in der nächtlichen relativ angenehmen Wärme in den Bars und nur das Grummeln der Mototaxi und die Musik aus den Boxen störten die Ruhe. Locker – friedlich und ohne jede Hast und Stress. Ganz im Gegensatz zu der von eben diesem geprägtem Quito. 

Aber ob ich ein ganzes Jahr lang locker, „gechillt“ und vollkommen relaxed wie im Urlaub leben wollen würde, das weiß ich dann doch nicht … 

    

    
 

2 Gedanken zu “3. Advent am Strand 

  1. Beate

    das ist ein klasse Header, dieses leuchtende Grün der Echse – ich würde ihr, glaub ich, nicht so locker begegnen können wie du es scheinbar machst … Ist das in Guayaquil?

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  2. Bine

    Herrlich diese Bilder, Urlaubsfeeling pur. Hier in Deutschland hetzt alles nach den letzten Geschenken zu Weihnachten. Weihnachtsfeeling – hier in Berlin Fehlanzeige. Für den Heiligen Abend sind 16 Grad angesagt.Der erste Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt führt zu Schwitzanfällen und die Pudelmütze hatte dieses Jahr noch keine Premiere. Schnee ist nicht in Sicht. Da find ich Baden im Meer zu Weihnachten gar keine so schlechte Alternative. Feliz Navidad, Fernando. Schreib mal, wie Du Weihnachten verbringst!

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