Baños 

Wieder ein langes Wochenende in Ecuador: Montag und Dienstag frei – das schreit doch geradezu nach Reisen, nur eben auch bei vielen Ecuadorianern. Der Busbahnhof Quitumbe im Süden von Quito, von wo praktisch alle Reisen ins Land starten, weil es quasi keinen Zugverkehr gibt, war maßlos überfüllt. Ich wollte nach Baños, einer Stadt ca. 3,5 Busstunden von Quito entfernt. Mit zwei Stunden Verspätung, erhöhten Preisen und bei strömendem Regen ging es los. Die Busfahrt war entspannt, so dass ich dann um 1 Uhr nachts mit meinem Mitreisenden Till in Baños einraf. Vier weitere Freiwillige waren aus anderen Städten schon vorher angekommen und hatten das Hostel bereits für uns mit organisiert. Nach einigem Erzählen war dann erst einmal Nachtruhe.
Am nächsten Tag wurde nach dem Aufstehen kalt geduscht (warmes Wasser gibt es selten, ist hier großer Luxus, aber da wir nicht viel Geld haben und Zimmer für 7,50 USD je Nacht nehmen, passt das) und dann zum Frühstück gegangen. Ich aß einen „bolon de queso“, aus Käse gemachter Ball – mein Geschmack war es nicht. Danach pfiff ich mir noch das Weißbrot rein, und satt war ich. Dazu frischgepressten Saft, wie immer, hervorragend!😋 

Dann gingen wir durch die Stadt. Baños gehört zu den wichtigsten touristischen Zielen in Ecuador – und das merkt man. Viele hellhäutige Menschen, sehr viele Agenturen für Actionsport wie Rafting, aber auch Souvenierläden an jeder Ecke. Trotzdem schlugen wir uns den Weg zur Kathedrale durch, nahmen an der Messe teil und setzten danach unseren Rundgang fort. Oft wird man angesprochen, in Weißen werden eben vor allem die Dollarscheine gesehen und ortsunkundige dumme Touristen kaufen auch jeden Mist und zu jedem Preis. (Ich nicht – nur die anderen sind dumm 😉)  

Um 14.30 Uhr hatten wir einen Termin zum Raften. Das hatten wir uns ausgesucht, weil das keiner von uns bisher gemacht hatte. Also ging es mit noch zwei Engländern an Bord in Richtung Puyo, in den Regenwald, wo die Orte zum Raften sind. Und das Paar aus England war eben so ein typisches Touristenpaar. Drei Monate durch Lateinamerika fahren, ausschließlich in Hotels mit europäischem Standard übernachten und an jedem Ort höchstens zwei Tage bleiben – lernt man so einen Kontinent mit seinen Bewohnern kennen? Dann kann ich mir auch zu Hause Bücher durchlesen oder auf youtube 25-minütige Dokumentationen angucken, und kann dann sagen, dass ich Ecuador besser kenne, als wenn ich nur von einem Touristenspielplatz zum anderen hüpfe. Nun gut.

Mit Neoprenanzügen, Schwimmweste, Helm und Paddel ausgestattet, ging es dann an die Einweisung und kurz darauf aufs Wasser. Meine Kamera hatte ich am Helm befestigt, daher kommen dann auch die Bilder.

Ich glaube, raften kann wirklich Spaß machen, Ansätze waren schon da, wenn es den reißenden Fluss hinunter geht. Allerdings waren wir uns danach einig, dass der Kurs auch gut für Rentner geeignet gewesen wäre. Naja, auch eine Erfahrung, aber es war gut, dass wir das ausprobiert haben.

Das Nachtleben von Baños fetzt. Hier kann man wunderbar Party machen, es war Halloween, viele verkleidet, geschmückt, hui war das lustig … Und vielleicht hab ich beim Tanzen langsam nicht mehr einen ganz so großen Stock verschluckt, sondern nur noch einen etwas biegsamen Zweig … 😄 

    
  

   

Ein Gedanke zu “Baños 

  1. Bine

    Fernando, ich habe bisher ganz selten Männer gesehen, mein eigener eingeschlossen, die bei den Latein-Tänzen keinen Stock verschluckt hatten… 🙂 Und auch das Tempo bei den schnellen Tänzen oder die unterschiedlich langen Takte bei den etwas langsameren sind für viele ein schier unlösbares Problem. Also, wenn Du auf dem Weg über „biegsamer Zweig“ zu „gar kein Zweig mehr“ bist, alle Achtung!!! Bleib dran. Wir probieren das aus, wenn Du zurück bist!

    Liken

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